Sonntag, 17. Dezember 2017

Der Autor & das Buchende

Hallo, 

heute gibt es mal ein paar Gedanken zum Ende. Bei Caecilia habe ich eine Blogparade entdeckt, die von uns wissen will, was wir mit dem Wort "Ende" verbinden. 
Und als jemand, der gerne liest und gerade an der Veröffentlichung eines ersten eigenen Werkes arbeitet, will ich das Thema natürlich auch aus Sicht eines Schreiberlings beleuchten. 

Also, Gedanken zum Ende:

1. Werd' endlich fertig!


Wie ihr wisst, habe ich im November beim NaNoWriMo mitgemacht und "musste" deswegen täglich schreiben - und zwar nicht gerade wenig. Wenn es dann auf das Ende zugeht, wünscht man sich wirklich nur noch, fertig zu werden, damit man endlich auch mal anderen Dingen wieder mehr Raum geben kann.
Im 9. Kapitel habe ich mich also doch gequält, weil ich nur noch fertig werden wollte... nicht gut für die Qualität des Endes, oder?

2. Das Ende muss perfekt werden. 


Enden bleiben bei den Lesern hängen, stimmt's? Der Klappentext und der Anfang müssen neugierig machen, die Mitte darf nicht grottenschlecht sein, aber wenn das Ende nicht stimmt, wird niemand das Buch weiterempfehlen. Und deswegen steht ein Schriftsteller ganz schön unter Druck, wenn er die letzten Absätze verfasst. Zumindest ist das der Eindruck, den ich habe... 

Mir selbst fiel es daher alles andere als leicht, "Falsch aufgewacht" zu beenden. Den Anfang des letzten Kapitels hätte ich gerne schon im Rohentwurf neu geschrieben und musste mich wirklich bremsen, damit ich erst mal zu Ende schreibe. Ob ich dann beim Überarbeiten noch irgendwas zustande bringe, was mich zufrieden stellt, wage ich zu bezweifeln.


3. Was für ein Ende?


Es gibt drei Sorten von Enden, finde ich: Das Happy Ending (Ja, meine eine Englischlehrerin meinte mal, ein "Happy End" ist grammatikalisch falsch. ;)), ein trauriges Ende und ein offenes Ende, bei dem man sich fragt, was nun Sache ist.

Doch wie oben schon geschrieben - das Ende muss gut werden und im Gedächtnis bleiben. Es bleibt also immer die Frage, wie viel man abschließt und was man offen lässt, oder?
Ich finde nämlich, dass jedes Buch so geschrieben sein sollte, dass man weder ein anderes Buch als Vorwissen braucht, noch ein weiteres lesen muss, um das wikrliche Ende zu erfahren. Ein Buch = eine Geschichte. Und genau deswegen stellt mich das Ende von 'Falsch aufgewacht' auch vor die Herausforderung, ein rundes Ende zu schreiben, an das ich trotzdem noch anknüpfen kann. Das wird ja ein Zwei- oder Dreiteiler...

4. Der Stolz am Ende


Ende November hatte ich ich viele tausend Wörter getippt. Wesentlich mehr, als ich selbst Anfang des Monats für möglich gehalten hätte. Dass mich das ganz schon stolz gemacht hat, kann man sich denken, oder?
Ein Buch zu Ende zu schreiben, ist einfach was Besonderes; etwas, dass nicht jeder macht. 

5. Nach dem Ende...


... ist vor dem Überarbeiten. Der erste Entwurf von Romanen ist immer Mist, sagen eigentlich alle meine großen Vorbilder, die schon Bücher veröffentlicht haben. Und somit muss man wohl alles noch mal durchgehen und nachbessern, wenn man die Rohfassung geschrieben hat. Und ganz ehrlich: Davor habe ich im Moment Angst. Denn irgendein zweifelnder Teil von mir befürchtet eben, dass da entweder nichts mehr zu retten ist oder ich zu blöd zum Retten bin. Und das dann bei der Veröffentlichung niemand mein Werk lesen will... 
Ob sich diese Angst wohl bei dem zweiten und dritten Roman legen wird? Eigentlich will ich nämlich nicht nur für mich schreiben, auch, wenn es Spaß macht. Der Traum ist eben doch, wenigstens ein paar Leser damit zu begeistern; das gebe ich ehrlich zu.

6. Das echte Ende des Projekts


Wirklich am Ende ist man wohl erst angelangt, wenn der Rohentwurf geschrieben, überarbeitet, probegelesen, überarbeitet und veröffentlicht ist, oder? 
Und genau dieses Ende ist das Ende, von dem ich seit Jahren träume. Wie es sich wohl anfühlen wird? Vermisst man das Projekt? Fallen einem im Nachhinein noch tausend Dinge ein, die man hätte besser machen können? Oder stürzt man einfach sofort in den nächsten Roman? Ich werde es hoffentlich irgendwann sehen...

Fazit


Enden zu schreiben ist nicht einfach, es dauert lange und man muss sich doch ein paar Gedanken darüber machen, wie man die Leser aus der Geschichte entlassen will.
Doch nur weil man den Text fertig getippt hat, heißt das eben noch nicht, dass der Roman fertig wäre - bis zum "echten" Ende der Arbeit vergehen bei den meisten Autoren wohl noch Monate, denn kaum jemand möchte heute noch seinen Rohentwurf mit Tipp- und Logikfehlern online stellen. Denn ist der Leser erst vergrault, kriegt man selten eine zweite Chance - dafür ist das Angebot an guten Büchern schon viel zu groß.

Und jetzt zu euch: Wie würdet ihr Romane enden lassen? Eher offen, eher glücklich oder eher traurig? 

Wie ich als Leser zu Enden stehe, könnt ihr heute übrigens auf meinem Hauptblog "Habutschu" in "Der Leser & das Buchende (Blogparade)" lesen. 



Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben :)
    Ich hatte das Ende des ersten Teils so ziemlich als Erstes geschrieben, denn es ist – oh Wunder! – ein offenes Ende, das ziemlich nahtlos in den 2. Teil übergeht. Insgesamt mag ich offene Enden sehr gerne, da sie Spielraum für die eigene Fantasie lassen und bei Reihen den Leser quasi (wenn man sonst keinen Fehler gemacht hat) binden.
    Vom echten Ende bin ich noch weit entfernt in diesem Projekt. Bei meinem neuen Projekt steht die letzte Szene ebenfalls bereits und es ist – oh Wunder^2 – wieder ein offenes Ende, das mir, obwohl ich es nicht so angelegt habe, die Möglichkeit bieten kann, einen weiteren Teil mit den Personen aus diesem Projekt zu schreiben.

    Also: Verfechter der offenen Enden in Nicht-Endbüchern von beabsichtigten Reihen, am echten Ende darf es gerne süß (Happy End(ing)) sein. Bei Einzelbüchern muss es als offenes Ende entweder rund sein und die Geschichte dennoch abschließen; aber da ist es egal, ob Happy oder Sad.

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    1. Interessant, dass du die offenen Enden im Gegensatz zu mir magst. Mir ist in den letzten Tagen aufgefallen, dass ich es einfacher finde, offene Enden zu schreiben... aber bei "Falsch aufgewacht" ist das wohl auch gar nicht so schlecht, denn es soll ja eine Fortsetzung geben.
      Bei Reihen muss ich dir aber doch irgendwie zustimmen - zumindest aus Autorensicht.

      Für dein aktuelles Projekt drücke ich dir die Daumen.

      Traurige Enden am Ende von Reihen magst du also nicht? Das ist ja interessant...

      Liebe Grüße

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    2. Von "nicht mögen" ist keine Rede, es ist eine Präferenz, dass es gut sein sollte :)
      Wenn ich X Bücher lang mit den Charakteren mitgefiebert habe, dann sollte ihnen auch mal was Gutes gegönnt werden, weil meist wird es in Reihen für die Protagonisten ja stetig schlechter. Ich meine, was wäre, wenn Harry am Ende gestorben wäre?

      Wichtiger ist eben, dass es zum Grundtenor des Buches passt.

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    3. Ja, deine Ansicht kann ich gut verstehen... Wobei ich es manchmal vielleicht auch nicht schlecht finde, wenn das Ende überraschend ist.

      Liebe Grüße

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  2. Hallo meine Liebe!

    Oh, ich kann deine Worte so gut nachvollziehen!
    Ich bin bzw. habe mein erstes Buch fertig geschrieben (es schreit nach Überarbeitung) und das Ende war das Schlimmste! Einerseits wollte ich, dass es nie endet, andererseits fand ich es auch unglaublich schwer ein passendes Ende zu finden. Wie gesagt, es muss einfach perfekt sein und das ist gerade so schwer. Und da ich überhaupt kein Fan vom Happy End, oder Happy Ending bin, machte es alles noch schwerer.

    Ich wünsche dir einen schönen Start in die neue Woche und viele liebe Grüße!
    Anna :-)

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    1. Wie schön, mit dem Ende-Problem nicht allein zu sein! Ich habe bei meinem ersten Roman irgendwie das Gefühl gehabt, ich müsste noch viel schreiben und dann war er plötzlich einfach zu Ende. Ging ganz schnell und die Überarbeitung wird abenteuerlich. ;)

      Was magst du denn an Happy Ends nicht? Und welches Genre schreibst du eigentlich?

      Liebe Grüße

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